Peter Prucker
2007-09-04 21:00:41 UTC
Hallo,
da hat also ein 13-jähriger in Rotthalmünster (Niederbayern) Sprengstoff
hergestellt. Die Polizei erfuhr davon angeblich durch einen Freund des
Buben.
Der kleinen Chemiker war im Urlaub und damit nicht erreichbar. O-Ton:
"Das Gemisch war so gefährlich, daß Expertenm des Landeskriminalamtes
den Stoff kontrolliert sprengten" (was immer das heißen mag). !0
Wohnhäuser wurden zuvor evakuiert. (Quelle: Münchner Merkur, Freitag,
21.8.2007).
In den örtlich zuständigen "Passauer Nachrichten" wurde dann am Samstag
die Sachlage ergänzt. Es handelte sich angeblich um rund 300 g HMTD.
Frage 1:
Was wollte der 13-jährige (der natürlich nicht bestraft werden kann) mit
300 g Initialsprengstoff? Hat der die "einschlägigen Bastelanleitungen"
nicht genau gelesen? Oder war er bloß dämlich?
Und:
Warum fehlen bei diesen Anleitungen stets die Hinweise, wie man einen
gefährlichen Stoff wieder gefahrlos unschädlich macht.
Frage 2:
Konnte man den Stoff wirklich nicht weiter wegschaffen? So empfindlich
ist er doch auch nicht. Ich nehme auch nicht an, daß man ihn erst von
der Unterlage kratzen mußte, sondern er war laut Zeitung im Garten und
im Zimmer des Hauses versteckt.
Andererseits: An einem Gymnasium in der Nähe wurde schon mal ein
verdächtiger Feuerlöscher sicherheitshalber auf dem schuleigenem
Sportplatz gesprengt (großes Gelächter und Erfolg für den "Witzbold").
Wahrscheinlich hat man hier etwas ähnliches gemacht. Dazu könnte man den
Stoff aber mit ballistischen Decken sichern, ohne gleich ein ganzes
Viertel evakuieren zu müssen.
Nun ja, diese Anleitungen sind da und sie werden weiter existieren. Da
hilft auch kein Bundestrojaner. Fachleute lernen das beim Studium, und
zwar exakt mit alle wichtigen Hinweisen. Diese Basteleien aber werden
derzeit vor allem von unerfahrenen und risikofreudigen Jugendlichen
"gefressen", und zwar in marginalster Form. Jugend forscht! Wenn ich
aber manche Sachen lese, stellen sich mir die Haare auf.
Die Grundlage dieser Literatur liegt nämlich meist bei den Amerikanern
(OSS) im 2. Weltkrieg. Da wurden solche Schnell-Rezepte in den besetzten
Gebieten veröffentlicht, um Sabotage zu ermöglichen. Ich glaube nicht,
daß sich da jemand Gedanken über einen tragischen Unfall machte.
Folgerung? Wenn man als Fachmann so jemand kennt, nicht "helfen",
sondern erklären und aufklären!
MfG
P.Pr.
da hat also ein 13-jähriger in Rotthalmünster (Niederbayern) Sprengstoff
hergestellt. Die Polizei erfuhr davon angeblich durch einen Freund des
Buben.
Der kleinen Chemiker war im Urlaub und damit nicht erreichbar. O-Ton:
"Das Gemisch war so gefährlich, daß Expertenm des Landeskriminalamtes
den Stoff kontrolliert sprengten" (was immer das heißen mag). !0
Wohnhäuser wurden zuvor evakuiert. (Quelle: Münchner Merkur, Freitag,
21.8.2007).
In den örtlich zuständigen "Passauer Nachrichten" wurde dann am Samstag
die Sachlage ergänzt. Es handelte sich angeblich um rund 300 g HMTD.
Frage 1:
Was wollte der 13-jährige (der natürlich nicht bestraft werden kann) mit
300 g Initialsprengstoff? Hat der die "einschlägigen Bastelanleitungen"
nicht genau gelesen? Oder war er bloß dämlich?
Und:
Warum fehlen bei diesen Anleitungen stets die Hinweise, wie man einen
gefährlichen Stoff wieder gefahrlos unschädlich macht.
Frage 2:
Konnte man den Stoff wirklich nicht weiter wegschaffen? So empfindlich
ist er doch auch nicht. Ich nehme auch nicht an, daß man ihn erst von
der Unterlage kratzen mußte, sondern er war laut Zeitung im Garten und
im Zimmer des Hauses versteckt.
Andererseits: An einem Gymnasium in der Nähe wurde schon mal ein
verdächtiger Feuerlöscher sicherheitshalber auf dem schuleigenem
Sportplatz gesprengt (großes Gelächter und Erfolg für den "Witzbold").
Wahrscheinlich hat man hier etwas ähnliches gemacht. Dazu könnte man den
Stoff aber mit ballistischen Decken sichern, ohne gleich ein ganzes
Viertel evakuieren zu müssen.
Nun ja, diese Anleitungen sind da und sie werden weiter existieren. Da
hilft auch kein Bundestrojaner. Fachleute lernen das beim Studium, und
zwar exakt mit alle wichtigen Hinweisen. Diese Basteleien aber werden
derzeit vor allem von unerfahrenen und risikofreudigen Jugendlichen
"gefressen", und zwar in marginalster Form. Jugend forscht! Wenn ich
aber manche Sachen lese, stellen sich mir die Haare auf.
Die Grundlage dieser Literatur liegt nämlich meist bei den Amerikanern
(OSS) im 2. Weltkrieg. Da wurden solche Schnell-Rezepte in den besetzten
Gebieten veröffentlicht, um Sabotage zu ermöglichen. Ich glaube nicht,
daß sich da jemand Gedanken über einen tragischen Unfall machte.
Folgerung? Wenn man als Fachmann so jemand kennt, nicht "helfen",
sondern erklären und aufklären!
MfG
P.Pr.